Schmallenberg-Virus: Diagnostik eines neuen Erregers

Das Schmallenberg-Virus (SBV) geht seit November 2011 auch in Deutschland um. Mittels rRT-PCR gelingt der Nachweis auch mit kleinsten Mengen SBV-spezifischer Nukleinsäure.


Zum jetzigen Zeitpunkt ist die tatsächliche Bedeutung dieses neuen Virus für die Nutztierhaltung in Deutschland noch nicht absehbar. Dies wird sich erst in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, wenn immer mehr sensibilisierte Tierhalter und Tierärzte verstärkt auf verdächtige Symptome achten und entsprechendes Probenmaterial zur Untersuchung einsenden.

Sommer = Vektor-aktive Zeit

Die Sommermonate spielen dabei – als Vektor-aktive Zeit – eine besonders große Rolle, in deren Verlauf mit zunehmenden Infektionen zu rechnen ist.

Das SBV infiziert Schafe, Ziegen, Rinder und Wildwiederkäuer und schädigt insbesondere deren Feten. Meist führen diese Schädigungen zu Aborten oder zur Geburt lebensschwacher und missgebildeter Früchte.

Unspezifische Symptome

Die akute Phase der Infektion ist gekennzeichnet durch eine sehr kurze Virämie von nur 1 bis 6 Tagen und unspezifische Symptome wie Milchrückgang, Fieber bis 41° C und Durchfall. Besonders bei Kälbern ist eine SBV-Infektion deshalb oft schwer von anderen Erkrankungen zu unterscheiden.

Sicherer Erreger-Nachweis

synlab.vet hat den Virusnachweis mittels einer sogenannten realtime Reverse Transkriptase Polymerase Kettenreaktion (rRT-PCR) etabliert, mit deren Hilfe es gelingt, auch kleinste Mengen SBV-spezifischer Nukleinsäure nachzuweisen.

Für den sicheren Virusnachweis ist die Auswahl des Probenmaterials entscheidend:

  • Abortmaterial (z. B. Eihäute)
  • Organe von missgebildeten Neugeborenen oder abortierten Feten (v. a. Groß- und Kleinhirn)
  • Amnionflüssigkeit (Tupferproben vom Fruchtwasser)
  • Mekonium
  • Serum, EDTA-Blut (Cave: nur während der akuten Phase der Infektion)

Eine ausführliche Laborinformation zum Schmallenberg-Virus finden Sie als pdf am rechten Rand der Seite.
Weitere Informationen: info@synlab-vet.com.