MRSA: Die neue Gefahr
In der Europäischen Union erkranken zirka drei Millionen Patienten jedes Jahr an MRSA-Infektionen, die zirka 50 000 bis 100 000 Todesfälle nach sich ziehen. Der European Antimicrobial Surveillance System Report zeigt dabei eindeutig, dass Länder, die über koordinierte Netzwerke zur MRSA-Prävention verfügen, die Rate der MRSA-Infektionen deutlich senken konnten.
Auch in einem kommunalen Großkrankenhaus in Bayern zum Beispiel erhöhte sich mit einem konsequenten Aufnahmescreening die MRSA-Prävalenz um das Fünffache. Das heißt: 80 Prozent der MRSA-besiedelten Patienten wären ohne ein Aufnahmescreening nicht erkannt worden.
Das RKI empfiehlt zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene ein zumindest risikoadaptiertes MRSA-Screening bei der Aufnahme von Krankenhauspatienten. Darüber hinaus bewährt sich ein generelles Screening bei Neuaufnahmen für Risikostationen wie Intensivstation, Neonatologie, Transplantation und Gelenkersatzchirurgie. Ärzte und Pflegepersonal sollten routinemäßig einmal im Jahr auf MRSA untersucht werden.
Der Nachweis einer MRSA-Besiedlung wird durch Abstriche an verschiedenen Körperstellen geführt, wobei vorwiegend von der Nase und deren Vorhof und aus der Achsel-/Inguinalregion abgenommen wird. Um den Zeitvorteil moderner molekularbiologischer Verfahren zu nutzen, wird der Nachweis primär mittels PCR erbracht und durch Kultur kontrolliert.
Das pdf zum Beitrag finden Sie im rechten Rand.
Vollständiger Bericht
Ansprechpartner
Dr. med. Johanna LernerFachärztin für Laboratoriumsmedizin
Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie
und Infektionsepidemiologie,
Krankenhaushygienikerin (BÄMI)
johanna.lerner@synlab.com

