Osteoporose-Früherkennung im Labor
Die Leitlinien des Dachverbands Osteologie (DVO) zur Diagnose und Therapie der primären Osteoporose von 2006 stellen neben die Anamnese von Risikofaktoren die Knochendichtemessung mittels DXA für altersbestimmte Risikogruppen in das Zentrum der Diagnostik. Laboruntersuchungen dienen in der Basisdiagnostik zum Ausschluss häufigerer sekundärer Formen der Osteoporose.
Etablierte Leitlinien sind mit Blick auf die Sicherheit der Aussagen intensiv geprüft. Neuere Entwicklungen wie die Knochenstoffwechselmarker werden aber auf Grund der Prüfverfahren nur sehr langsam Eingang in solche Empfehlungen finden. Die DXA Messung ist seit rund 20 Jahren etabliert, die laborchemischen Methoden erst seit wenigen Jahren routinefähig etabliert.
Richtig ist: Gegenwärtig kann aus den Spiegeln der Knochenstoffwechselgrößen kein Rückschluss auf die Knochendichte erfolgen. Die Spiegel sind ein Maß für die Intensität der am Knochen ablaufenden Stoffwechselvorgänge. Prozesse, die die Dynamik und das Gleichgewicht dieser Stoffwechselvorgänge verändern, können mit diesen Kenngrößen dokumentiert werden.
Als sinnvollster Parameter des Knochenaufbaus gilt die knochenspezifische alkalische Phosphatase (BAP). Sie spiegelt die Osteoblastenaktivität sehr gut wider und ist auch mit Blick auf das Alter der Patienten in ihrem Referenzbereich gut definiert.
Als Parameter des Knochenabbaus sind β-Crosslaps sehr geeignet. Sie stellen das C-terminale Telopeptid (CTX) des Typ-1-Kollagens dar, das bei Knochenresorption ins Serum freigesetzt wird und dort auch gemessen werden kann.
Die biologische Variabilität von Serummarkern ist den gängigen Urinmarkern deutlich überlegen.
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Vollständiger Bericht
Ansprechpartner
Dr. med. Dr. rer. nat. Hans-Wolfgang SchultisFacharzt für Laboratoriumsmedizin,
Diplom-Biochemiker
wolfgang.schultis@synlab.com

