Schwangerschaftsrelevante Infektionen
Vor und in der Schwangerschaft durchgeführte infektionsserologische Untersuchungen können helfen, die Häufigkeit prä- oder perinatal erworbener Infektionen zu reduzieren. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Verhütung kindlicher Infektionen.
Durch die Mutterschaftsrichtlinien sind Screeninguntersuchungen auf Röteln, Lues, Hepatitis B, Infektionen mit Chlamydia trachomatis und HIV (bei Einwilligung der Patientin) vorgegeben. Weitere Tests – beispielsweise auf die Verursacher von Toxoplasmose, Ringelröteln, Cytomegalie und Varizellen – sind nicht Bestandteil der gesetzlichen Vorsorge und können der Patientin als sinnvolle präventivmedizinische IGeL angeboten werden.
Der theoretisch bestmögliche Zeitpunkt für ein Eingangsscreening liegt wenige Wochen vor einer geplanten Schwangerschaft. In diesem Fall reicht auch die alleinige Bestimmung der jeweiligen IgG-Antikörper aus, was auch Kassenpatientinnen, die diese Untersuchungen als IGeL anfordern, zugute kommt. Ein positiver IgG-Befund bedeutet, dass in der Schwangerschaft keine Primärinfektion mit dem entsprechenden Erreger mehr möglich ist. Bei einem negativen Befund können verschiedene Möglichkeiten der Prophylaxe zur Anwendung kommen.
Zu einem späteren Zeitpunkt wird zunächst das spezifische IgG und IgM bestimmt. Wenn weder erregerspezifisches IgG noch IgM nachweisbar ist, hat die Schwangere noch keinen Kontakt mit dem Erreger gehabt; eine Primärinfektion ist somit möglich.
Bei positivem IgG- und IgM-Nachweis muss nicht unbedingt eine frische Infektion vorliegen, es kann sich auch um persistierendes IgM oder eine unspezifische Reaktion handeln. Durch die Bestimmung der Avidität der IgG-Antikörper kann der Zeitpunkt der Primärinfektion weiter eingegrenzt werden.
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Ansprechpartner
Dr. med. Ulrike HauserFachärztin für Mikrobiologie,
Virologie und Infektionsepidemiologie
ulrike.hauser@synlab.com

