Schwangerenvorsorge: Mehr GKV, weniger IGeL
Bei einem Expertentalk in Berlin hat sich der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) für eine Ergänzung der gesetzlichen Mutterschaftsrichtlinien ausgesprochen.
Immerhin: Zwei Wochen nach der VDGH-Veranstaltung zum Thema „Schwangerschaftsdiagnostik“ Ende November in Berlin beschloss der G-BA, dass gesetzlich versicherte Schwangere künftig Anspruch auf einen Test auf Gestationsdiabetes haben.
Grundlage für die Entscheidung war das Ergebnis der Nutzenbewertung durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Der Nutzenbeleg habe sich bei der Therapie von Schwangeren gezeigt, die mit Hilfe eines zweistufigen Screenings bestimmt wurden.
Entsprechend sind in der ärztlichen Betreuung zwei Tests vorgesehen. Der Vortest und, wenn erforderlich, auch der zweite Test sollen im sechsten oder siebten Schwangerschaftsmonat angeboten werden.
Lücken in der Vorsorge
Möglicherweise ist die Gesprächsbereitschaft, die Dr. Edith Pfenning (Leiterin der Abteilung Methodenbewertung im Gemeinsamen Bundesausschuss) bei dem Expertentalk bekundete, also durchaus ernst zu nehmen. Der Verband der Diagnostica-Industrie hatte nach Berlin eingeladen, um auf gravierende Lücken bei der Schwangerenvorsorge aufmerksam zu machen.
CMV und B-Streptokokken
"Das Problem heute ist, dass die Mehrzahl der Risiken von asymptomatischen beziehungsweise klinisch kaum erkennbaren und chronischen Infektionen der Mutter ausgeht“, erklärte Prof. Dr. Eiko Petersen, Facharzt für Frauenheilkunde und Infektiologie. Diese Risiken seien nur durch großzügige Screening-Untersuchungen aller Schwangeren zu erkennen.
„Es ist daher unverständlich, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten zur Erkennung dieser Risiken immer mehr auf die Mutter abwälzen. Hier kommt es zu Nachteilen für die Kinder finanziell schwächer gestellter Schwangerer“, so der Freiburger Mediziner.
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Vollständiger Bericht
Ansprechpartner
Dr. med. Ulrike HauserFachärztin für Mikrobiologie,
Virologie und Infektionsepidemiologie
ulrike.hauser@synlab.com

