Risikoabschätzung für Diabetes Typ 1
Immer mehr Menschen erkranken an Diabetes. Nicht nur der Typ 2 Diabetes mellitus nimmt zu, sondern auch die immunmediierten Diabetesformen. So konnte für den Typ 1 Diabetes mellitus seit der Jahrtausendwende für Kinder und Jugendliche eine Steigerung um etwa neun Prozent pro Jahr festgestellt werden.
In gleicher Weise nimmt die Inzidenz des immunmediierten Typ 1 Diabetes bei Erwachsenen ständig zu. Neuere Untersuchungen dokumentieren, dass der Typ 1 Diabetes zwar einen Manifestationsgipfel um das 14. bis 16. Lebensjahr hat, jedoch auch in jedem Lebensalter auftreten kann.
Das Risiko für das Auftreten eines Typ 1 Diabetes kann bei erstgradig Verwandten durch Auto-Antikörpermessungen und metabolische Untersuchungen (z.B. OGTT) heute sehr gut eingeschätzt werden. Bei mehrfacher Positivität für Antikörper gegen Inselantigene (ICA + 3 weitere AK) liegt nach fünf Jahren die Auftretenswahrscheinlichkeit für einen Diabetes mellitus Typ 1 bei mehr als 50 Prozent.
Die Antikörperdiagnostik sollte im klinischen Alltag stets durchgeführt werden bei
- der Differentialdiagnostik des Typ 1 Diabetes mellitus,
- klinischem Bild eines Typ 2 Diabetes, jedoch raschem Verlust der β-Zellfunktion,
- einem Diabetes mellitus in der Frühschwangerschaft,
- Vorliegen eines Typ 1 Diabetes (Entwicklung weiterer Hormon-Mangelerkrankungen),
- der Diabetesvorhersage bei erstgradig Verwandten eines Typ 1 Diabetikers (ist nur im Studienkontext sinnvoll).
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Vollständiger Bericht
Ansprechpartner
Prof. Dr. med. Rudolf GruberArzt für Laboratoriumsmedizin, Bluttransfusionswesen,
Klinischer Chemiker
rudolf.gruber@synlab.com

