Norovirus-Epidemie: Welches Desinfektionsmittel?
Noroviren sind für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten Gastroenteritiden verantwortlich und häufige Ursache von Gastroenteritis-Ausbrüchen. Betroffene Patienten müssen isoliert untergebracht werden, vor allem mit eigener Toilette oder Nachtstuhl. Bei der Pflege und ärztlichen Tätigkeiten ist eine sorgfältige Händedesinfektion (alkoholisches Händedesinfektionsmittel, Dauer mindestens eine Minute oder nach Herstellerangaben) vor und nach jedem Patientenkontakt, auch nach bloßem Aufenthalt im Raum, einzuhalten.
Immer wieder wird diskutiert, ob im Falle eines Norovirus-Ausbruchs auf Händedesinfektionsmittel mit nachgewiesener Viruswirksamkeit umgestellt werden muss, wie sie in der RKI-Liste aufgeführt sind. Derzeit sind dort nur zwei Händedesinfektionsmittel gelistet, obwohl mehrere Hersteller bereits ähnlich viruswirksame Händedesinfektionsmittel anbieten. Zumeist handelt es sich bei diesen „speziellen“ Händedesinfektionsmitteln um Alkohole mit einem sehr hohen Anteil an Ethanol.
Die Ergebnisse von in-vivo Testungen mit felinem Calicivirus (bisheriges Surrogat für Noroviren) zeigen, dass 1-Propanol und Ethanol in einer Konzentration von 70 bis 90 Prozent eine gute Wirksamkeit haben. 2-Propanol ist dagegen weniger geeignet. Nach Expertenmeinung spielt für die Unterbrechung der Infektkette weniger die Art und Konzentration des Alkohols eine Rolle, sondern ausschlaggebend ist die verlängerte Einwirkzeit und Durchführung der Händedesinfektion.
Anders gesagt: Eine Intensivierung der Händehygiene ist von entscheidender Bedeutung ist, um die Infektionsketten zu unterbrechen.
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Vollständiger Bericht
Ansprechpartner
Dr. med. Johanna LernerFachärztin für Laboratoriumsmedizin
Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie
und Infektionsepidemiologie,
Krankenhaushygienikerin (BÄMI)
johanna.lerner@synlab.com

