Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge/HPV-Test

Das Trio für optimale Sicherheit

Gut: der Pap-Test. Besser: Pap-Abstrich plus Fahndung nach Humanen Papillomaviren (HPV-Test). Optimal: eine Kombination mit dem L1-Kapsidprotein-Test.

Während der Pap-Abstrich bereits bestehende Veränderungen der Schleimhäute nachweist, setzt der HPV-Test bei den Verursachern der Krankheit an, den Viren. Das Krebsrisiko hängt entscheidend davon ab, wie lange der Gebärmutterhals von HP-Viren der Hochrisiko-Gruppen besiedelt ist. Deshalb sollte der Erreger in den Zervix-Zellen möglichst früh entdeckt und klassifiziert werden.

Allerdings: Nicht jede HPV-Infektion führt automatisch zu Gebärmutterhalskrebs. Häufig zwingt das Immunsystem den Eindringling früher oder später in die Knie. Und deshalb ist Prognosesicherheit gerade in diesem Bereich sehr wichtig. Denn die Überlegung für oder gegen eine Therapie (in einem späteren Stadium möglicherweise ein operativer Eingriff) bewegt sich in einer Grauzone zwischen Notwendigkeit und dem möglichen Verlust an Lebensqualität, insbesondere bei Patientinnen mit Kinderwunsch.

Dieser vage Ermessungsspielraum zwischen Handeln und Abwarten entfällt nun. Denn genau an diesem Punkt steht ein neuer und hochmoderner Test zur Verfügung.

Der L1-Kapsidprotein-Test

Ebenfalls aus dem Routineabstrich kann im Labor ein Eiweißstoff (L1-Kapsidprotein) nachgewiesen werden, der in der Schutzhülle des HP-Virus sitzt. Und der wesentlich die Abwehrreaktion des körpereigenen Immunsystems auf sich zieht. Aus dem Vorhandensein von Kapsidproteinen im Abstrich kann der Arzt mit hoher Sicherheit auf die Problematik der Infektion schließen.

  • Bei einem positiven Nachweis (L1-Kapsidprotein vorhanden) ist zugleich auch das Immunsystem aktiviert, das den HP-Viren effektiv zu Leibe rückt und veränderte Zellen abtötet. Die Infektion bleibt höchstwahrscheinlich folgenlos, der Körper heilt sich selbst.
  • Ein negativer Nachweis (kein L1-Kapsidprotein vorhanden) bedeutet, dass die Immunabwehr derzeit nicht gegen die Eindringlinge arbeitet. Eine engmaschige regelmäßige Kontrolle ist ratsam.
  • Bei positivem Pap-Befund und einer leichten bis mäßig stark ausgeprägten Vorstufe eines Zervix­karzinoms ist der Test eine Kassenleistung.

Als Selbstzahlerleistung empfiehlt sich das Verfahren bei einem positiven HPV-Test. Denn es ermöglicht eine eindeutige Aussage zum Gefährdungs­potenzial einer bestehenden HPV-Infektion. Der L1-Kapsid-Test ist auch dann sinnvoll, wenn Sie sich gegen HP-Viren impfen lassen möchten.

In jedem Fall trägt das frühzeitige Ergebnis maßgeblich dazu bei, angemessen zu reagieren und unnötige Übertherapien zu vermeiden.