
Schwangerschaftsinfektionen
Infektionen während der Schwangerschaft
Die Klärung der Röteln-Immunität vor geplanter sowie bei bestehender Schwangerschaft ist Teil der gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge. Darüber hinaus werden von der Krankenkasse Vorsorgeleistungen übernommen, wenn ein begründeter Infektionsverdacht besteht (z.B. Kontakt mit Erkrankten).
Neben Röteln können jedoch einige weitere Infektionen bei einer Erkrankung der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden und zu Schädigungen bis zum Abort führen. Dazu gehören:
- Ringelröteln (Parvovirus B 19)
- Windpocken (VZV)
- Zytomegalie-Virus (CMV)
- Toxoplasmose
Ihre individuelle Vorsorge im Bezug auf einen eventuell bestehenden Immunschutz werden derzeit nicht von den Krankenkassen übernommen und sind Selbstzahlerleistungen.
Windpocken
Vier Tage vor bis zwei Tage nach der Entbindung ist die schlechteste Zeit für Mutter und Kind an Windpocken zu erkranken. Dann können Sie Ihr Kind mit Ihren Antikörpern nicht mehr schützen. Nach einer schon durchgemachten Infektion besitzen Sie jedoch Immunität. Wenn Sie es nicht mehr wissen, ob Sie immun sind, klärt Ihre Praxis das gerne mit Ihnen gemeinsam ab.
Zytomegalie-Virus (CMV)
Dieses Virus verursacht bei gesunden Erwachsenen nur selten Krankheitszeichen, aber: Kommt es bei einer Schwangeren zu einer Erstinfektion, besteht ein etwa zehnprozentiges Risiko, dass das Neugeborene schwere Erkankungen aufweist. Haben Sie einen ausreichenden Abwehrschutz, also genügend Antikörper, können Sie ganz beruhigt sein. Diese schützen auch Ihr Kind.
Toxoplasmose
Erfahrungsgemäß stecken sich zwischen 30 und 35 Prozent der 20- bis 30-jährigen Frauen irgendwann mit Toxoplasmen an. Das sind Mikroorganismen, die bei der Erstinfektion nur leichte, grippeähnliche Symptome wie Unwohlsein und erhöhte Temperatur hervorrufen – für das Ungeborene im Mutterleib aber sehr gefährlich sind. Der Hauptwirt der kleinen Parasiten ist die Hauskatze.
Ihr Arzt kann feststellen, ob schon einmal eine Toxoplasmen-Infektion stattgefunden hat, oder ob Sie noch empfänglich sind für den Erreger.
Laboruntersuchungen verschaffen Klarheit. Damit die gute Hoffnung sich erfüllt: Mutter und Kind gesund.

