
Osteoporose-Vorsorge
Bevor der Knochen schwach wird
Bis etwa zum 35. Lebensjahr werden die Knochen von Jahr zu Jahr dichter. Wie dicht sie letztendlich werden, hängt einerseits von Gegebenheiten ab, die man nicht beeinflussen kann: Gene, Geschlecht, familiäre Belastung, Hormone.
Beispiel: Wenn die Wechseljahre relativ frühzeitig einsetzen, erhöht sich die Gefahr, später an Osteoporose zu erkranken. Aber auch ein Drittel aller gesunden Frauen entwickelt nach der Menopause eine Osteoporose – weil der Körper die knochenschützende Östrogen-Produktion einstellt.
Andererseits können verschiedene Medikamente (z.B. Kortison, Schilddrüsenhormone) bei Daueranwendung den Knochen schwächen. Auch Nieren-, Herz-, Leber- sowie Magen-Darmkrankheiten gehen in vielen Fällen mit einer verminderten Knochendichte einher.
Osteoporose ist kein polternder Raubritter, sondern ein stiller Dieb. Heimlich und schleichend greift sie die Knochengesundheit an – und wird zumeist erst erkannt, wenn der größte Schaden schon angerichtet ist.
Knochenstoffwechsel messen
Stellen Sie sich eine Baustelle vor: Wo immer ein Haus gebaut oder abgerissen wird, entsteht Abfall. Genauso ist es in unseren Knochen. Sowohl die Aufbau- wie auch die Abbauvorgänge hinterlassen Stoffwechselprodukte, die ins Blut gelangen. Diese Substanzen lassen sich im medizinischen Labor sehr zuverlässig messen.
Mit diesen »Markern« kann der Arzt die Geschwindigkeit des Knochenumbaus im Körper beurteilen. Das ist wichtig zu wissen, weil das Risiko einer künftigen Osteoporose abhängt von der aktuellen Knochendichte, dem aktuellen Knochenumbau.
Hier, in der Früherkennung, liegt der Vorteil dieser Laboranalyse. Denn im Gegensatz zu einer Knochendichte-Messung dienen „Marker" nicht nur dazu, die Erkrankung Osteoporose festzustellen. Sie ermitteln vielmehr, welche Bilanz das persönliche Knochenkonto aufweist.
Diese Vorsorgeuntersuchung lohnt sich, wird zurzeit aber nicht von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt. Sie erhalten sie als Individuelle Gesundheitsleistung – bevor der Knochen schwach wird.

