Kinderwunsch

Lachen macht angeblich schwanger. Eiscreme und Honig auch, Cola dagegen nicht. Wenn es nur so einfach wäre ...

Tatsächlich steigt die Zahl der ungewollt kinderlosen Paare stetig an. Die Gründe und Ursachen für Sterilität beziehungsweise Infertilität sind vielfälig und liegen zu gleichen Teilen beim Mann wie bei der Frau - oder können sogar auf eine immunologische Inkompatibilität der Partner zurückgeführt werden.

Viel wichtiger: Ungewollte Kinderlosigkeit ist nicht in jedem Fall ein unabwendbares Schicksal.

Werden alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten aus­­­­geschöpft, kann bei 60 bis 80 Prozent der betroffenen Paare der Kinderwunsch erfüllt werden. Dazu bedarf es verschiedener Unter­suchungen, die mit einer Basisdiagnostik beginnen. Denn zunächst einmal geht es darum, Erkrankungen oder Beeinträchtigungen aus­­zuschließen, die eine Schwangerschaft verhindern können. Dabei spielt das Labor eine entscheidende Rolle. Zum Beispiel bei diesen Fragestellungen:

Besteht eine Chlamydien-Infektion?

Chlamydien-Infektionen sind die häufigste sexuell übertragbare bakterielle Erkrankung - und in fast der Hälfte aller Fälle die Ursache von Eileiterentzündungen. In deren Verlauf können die Wände miteinander verkleben und dadurch den inneren Durchlass verschließen, so dass keine Eizellen mehr hinab in die Gebärmutter und keine Spermien mehr hinauf zur Befruchtung gelangen können. Ein großer Teil der ungewollten Kinderlosigkeit geht auf Infektionen mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis zurück.

Je früher eine Chlamydien-Infektion behandelt wird (mit Antibiotika), desto eher bleibt die Infektion ohne Folgen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie bei sich mögliche Anzeichen einer Erkrankung (gelblicher Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen etc.) erkennen oder Sie sich unsicher sind. Eine chronische Infektion verläuft oft symptomlos. Die meisten Frauen und etwa die Hälfte der Männer haben nach der Infektion mit Chlamydien gar keine oder nur geringfügige, unklare Beschwerden.

Mit sehr empfindlichen Labor-Suchtests kann eine Chlamydien-Infektion aus Urin oder Abstrichmaterial schnell und sicher nachgewiesen werden. Der Sexualpartner sollte dabei grundsätzlich mit untersucht werden.

Seit Anfang 2008 haben Frauen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr Anspruch auf eine jährliche Chlamydien­untersuchung im Urin. Dieses so genannte Chlamydien-Screening wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Danach kann der Chlamydien-Test als Selbstzahlerleistung durchgeführt werden. Zu empfehlen ist er spätestens dann, wenn eine Schwangerschaft geplant wird, auch ohne konkrete Hinweise auf eine Infektion. Denn die Gefahr bleibt häufig unsichtbar.

Ist die Spermien-DNA stark "fragmentiert"? 

Die Erbsubstanz (DNA) befindet sich im Kopfbereich der Samenzellen. Die Aufgabe eines Spermiums besteht darin, die DNA sicher verpackt in die Eizelle zu transportieren. Aufgrund verschiedener Ursachen (Infektionen, Entzündungen, freie Sauerstoffradikale etc.) kann die DNA fragmentiert sein, das heißt: in Bruchstücken statt ganzer Moleküle vorliegen. Je mehr Brüche in der DNA, desto schlechter kann das Spermium seine Aufgabe erfüllen. Und je mehr Samenzellen fragmentierte DNA aufweisen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwang­erschaft.

Seit kurzem gibt es ein Laborverfahren, mit dem sich die Fragmentierungsrate der DNA in Spermien exakt bestimmen lässt. Diese Untersuchung ist hilfreich für Paare, die vor einer teuren Behandlung zunächst fragmentierte Spermien-DNA ausschließen wollen. Oder bei denen ein IVF- oder ICSI-Versuch erfolglos blieb und die für den Folgeversuch die Erfolgschancen erhöhen wollen.

Denn die DNA-Fragmentierung lässt sich behandeln. Sollten beispielsweise Infektionen oder Entzündungen in der jüngsten Vergangenheit des Mannes ausgeschlossen worden sein, kann man mit einer bestimmten Therapie (etwa mit Antioxidantien) versuchen, die Rate der DNA-Fragmentierung wieder zu senken.
Diese beiden beschriebenen Untersuchungen können von jedem Gynäkologen/Urologen beauftragt werden.

Liegt eine immunologische Inkompatibilität der Partner vor?

Ein Sonderfall der Infertilitäts-Problematik ist die immunologische Inkompatibilität der Partner: In manchen Fällen zeigt der Vaginaltrakt eine Abwehrreaktion gegen Bestandteile des Spermas – nicht gegen die Spermien selbst. Sollten bereits erfolglose IVF- oder ICSI-Behandlungen hinter Ihnen liegen, kann Ihnen vielleicht hier geholfen werden: www.immu-baby.de.